Kulturpolitik in Varel und Friesland

Meine Haltung zur kommunalen Kulturpolitik in Varel und im Landkreis

Kunst und Kultur sind für mich keine dekorative Zugabe kommunaler Politik. Gerade in einer Stadt wie Varel und im Landkreis Friesland sind sie Ausdruck von Freiheit, Vielfalt und demokratischem Dialog. Als grüne Ratsfrau in Varel und Kreistagsmitglied im Landkreis Friesland verstehe ich Kulturpolitik als öffentliche Verantwortung: Sie soll Kunst nicht bewerten oder instrumentalisieren, sondern ihre Freiheit sichern, ihre Entstehung ermöglichen und Räume für kulturelle Arbeit und gesellschaftliche Auseinandersetzung offenhalten.

Vertrauen in die kulturelle Stärke unserer Region

Ich habe großes Vertrauen in die kulturelle Stärke und Vielfalt in Varel, im Landkreis Friesland und in den benachbarten Regionen Nordwestniedersachsens – der Wesermarsch, dem Oldenburger Land und Ostfriesland. Unsere Region lebt von engagierten Kulturschaffenden, von Vereinen, Initiativen und Ehrenamtlichen ebenso wie von professionellen Akteurinnen und Akteuren. Diese Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit – sie braucht politische Aufmerksamkeit und verlässliche Rahmenbedingungen.

Kommunale Kulturpolitik in Varel bedeutet für mich, den gleichberechtigten Zugang zu Kunst und Kultur für alle Menschen zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Bildungsbiografie. Kulturförderung in Niedersachsen darf sich nicht auf einzelne Leuchtturmprojekte beschränken, sondern muss die kulturelle Infrastruktur vor Ort in ihrer ganzen Breite stärken: dauerhaft wie projektbezogen, etabliert wie experimentell.

Erinnerungskultur als kommunale Verantwortung

Ein zentraler Bestandteil meiner kulturpolitischen Haltung ist die Erinnerungskultur. Wie wir auf kommunaler Ebene mit Geschichte umgehen, welche Stimmen gehört werden und welche Erfahrungen sichtbar bleiben, prägt unser demokratisches Selbstverständnis. Erinnerungskultur bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, historische Zusammenhänge einzuordnen und Räume für kritische Auseinandersetzung, Lernen und Nachfragen offenzuhalten.

Gerade in Städten und Gemeinden wie Varel entscheidet sich, ob Geschichte plural erzählt wird oder ob bestimmte Perspektiven unsichtbar bleiben. Erinnerungskultur in der Kommune ist deshalb kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess politischer Bildung und gesellschaftlicher Verständigung.

Kultur, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Kunst und Kultur entstehen durch Austausch, Offenheit und Teilhabe. Sie stiften Identität, fördern Bildung und stärken den sozialen Zusammenhalt – auch und gerade im ländlichen Raum. In Zeiten lebhafter politischer Debatten ist es mir wichtig, Kulturpolitik nicht auf Standortfragen oder Eventlogiken zu verkürzen. Ihr gesellschaftlicher Wert liegt darin, Begegnung zu ermöglichen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und demokratische Diskurse zu fördern.

Eine lebendige kommunale Kulturlandschaft ist damit immer auch Ausdruck einer funktionierenden Demokratie.

Kultur- und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum stärken

Besondere Bedeutung hat für mich die Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis Friesland und in der Region. Kreative Arbeit prägt unseren Alltag, schafft Arbeitsplätze, fördert Innovationen und verbindet kulturelle mit wirtschaftlicher Entwicklung. Gerade im ländlichen Raum ist sie ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Kommune.

Eine verantwortungsvolle Kulturförderung in Niedersachsen muss diese Potenziale erkennen und gezielt unterstützen – durch verlässliche Förderstrukturen, gute Arbeitsbedingungen und die Vernetzung von Kultur, Wirtschaft und Bildung.

Langfristige Perspektiven für eine lebendige Kommune

Kunst, Kultur und Erinnerung sind kein Luxus. Sie sind der Herzschlag einer lebendigen Stadtgesellschaft in Varel und im Landkreis Friesland. Als Grüne Ratsfrau und grünes Kreistagsmitglied setze ich mich deshalb für eine Kulturpolitik ein, die langfristig denkt, Vielfalt schützt und kulturelle Teilhabe ernst nimmt – mit Haltung, Offenheit und dem Blick auf nachhaltige kommunale Strukturen.

90c290e037d848f9acabc0aa64165a58
Nach oben scrollen