Gesundheit/ Planetary Health – Beiträge:

„Planetary Health wird erst auf kommunaler Ebene greifbar, wenn wir Umwelt, Prävention und digitale sowie barrierefreie Gesundheitsangebote miteinander verbinden.“
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Sigrid Busch
Mensch

Planetary Health, Gesundheit und kommunale Verantwortung in Varel und im Landkreis Friesland

Planetary Health macht deutlich: Menschliche Gesundheit ist untrennbar mit der Gesundheit unseres Planeten verbunden. Gerade in ländlichen Regionen wie der Stadt Varel und dem Landkreis Friesland wird sichtbar, wie eng Umweltbedingungen, soziale Strukturen und lokale Infrastruktur die Gesundheit der Bevölkerung beeinflussen.

Als Grüne Ratsfrau in Varel und Kreistagsabgeordnete in Friesland sehe ich die Herausforderungen vor Ort täglich – und arbeite aktiv daran, sie zu gestalten und Lösungen umzusetzen.

Kommunale Herausforderungen in Varel und Friesland

Versorgungslücken und Fachkräftemangel

Hausärztinnen, Fachärzte und Pflegekräfte sind in der Region oft knapp. Der Zugang zu medizinischer Versorgung, Prävention und gesundheitsfördernden Angeboten ist daher nicht immer gewährleistet. Dies betrifft insbesondere Frauen und Menschen mit sichtbaren oder unsichtbaren Einschränkungen, die zusätzliche Barrieren beim Zugang zu Gesundheitsleistungen erleben.

Viele Praxen, Beratungsstellen oder Präventionsangebote sind noch nicht barrierefrei – sei es physisch, kommunikativ oder digital. Eine inklusive Gesundheitsversorgung muss sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einschränkungen, die Angebote vor Ort erreichen können.

Hitzeperioden, längere Trockenzeiten und Starkregenereignisse nehmen auch in Varel und im Landkreis Friesland deutlich zu. Diese Extremwetterlagen belasten die Gesundheit der Bevölkerung und stellen zusätzliche Anforderungen an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die kommunale Infrastruktur. Die Anpassung an den Klimawandel und die nachhaltige, widerstandsfähige Gestaltung der kommunalen Gesundheitsinfrastruktur sind daher zentrale Aufgaben für die Zukunft.

Neben den Klimafolgen wirken in der Region auch weitere lokale Umweltbelastungen auf die Gesundheit und Lebensqualität:

  • Altlasten und Bodenbelastungen: Verdachtsflächen durch frühere industrielle Nutzung oder Deponien können Boden und Grundwasser kontaminieren (Varel.de).

  • Medikamentenrückstände im Abwasser: Kläranlagen wie in Varel müssen nachgerüstet werden, um Arzneimittelreste effektiv zu entfernen.

  • Luftschadstoffe: Feinstaub, Stickstoffoxide und Ozon entstehen durch Verkehr, Landwirtschaft und Industrie und können Atemwege und Herz-Kreislauf-System belasten (Umwelt.Niedersachsen.de).

  • Lärm- und Immissionsbelastung: Verkehr oder Freizeitanlagen können Stress, Schlafstörungen und gesundheitliche Belastungen verursachen.

  • Trinkwasserschutz und wassergefährdende Stoffe: Bauleitplanung und Trinkwasserschutzgebiete verhindern die Kontamination wichtiger Wasserressourcen.

Die Menschen in Varel und Friesland sind bereits heute von den Auswirkungen des Klimawandels und weiteren Umweltbelastungen betroffen. Gezielte Klimaanpassung, Schutz der Gesundheit und widerstandsfähige kommunale Infrastruktur sind daher unerlässlich, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Lebensqualität langfristig zu sichern.

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Varel und im Landkreis Friesland. Telemedizin, digitale Präventionsangebote und vernetzte Versorgung können insbesondere im ländlichen Raum den Zugang zu medizinischen Leistungen verbessern und Versorgungslücken schließen.

Der Breitbandausbau im Landkreis Friesland ist dabei eine entscheidende Grundlage. Als Kreistagsabgeordnete und Mitglied der Gesellschafterversammlung der Breitbandfördergesellschaft Friesland mbH setze ich mich aktiv für den Ausbau einer leistungsfähigen und flächendeckenden digitalen Infrastruktur ein. Sie ist Voraussetzung für eine barrierefreie, wohnortnahe und zukunftssichere Gesundheitsversorgung und damit ein wichtiger Bestandteil kommunaler Planetary-Health-Strategien.

Viele Maßnahmen hängen von kommunalen Ressourcen, politischer Steuerung und Kooperation zwischen Stadt, Landkreis, Gesundheitsregionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren ab. Ohne koordinierte Planung lassen sich die Potenziale von Prävention, Barrierefreiheit und Klimaanpassung nur eingeschränkt nutzen.

  • Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur: Ausbau von Gesundheitszentren, Telemedizin und barrierefreien Angeboten.
  • Integration von Umwelt- und Gesundheitszielen: Klimaanpassung in kommunale Planung einbeziehen.
  • Datenbasiertes Monitoring: Erhebung von Versorgungsqualität, Barrieren und Umweltauswirkungen auf die Gesundheit.
  • Partizipation und Kooperation: Bürger:innen, lokale Vereine, Behinderten- und Frauenbeiräte aktiv einbinden.
  • Fördermittel nutzen: Programme wie Gesundheitsregionen Niedersachsen oder der Niedersächsische Gesundheitspreis unterstützen innovative Projekte und Pilotmaßnahmen.

In meiner Arbeit in Varel und Friesland geht es darum, die Brücke zwischen politischen Handlungsmöglichkeiten, lokaler Realität und Planetary Health zu schlagen. Ich sehe die Herausforderungen nicht nur, sondern arbeite aktiv an lösungsorientierten Projekten, um Gesundheitsversorgung inklusiver, resilienter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Nur wenn wir lokale Gesundheitsversorgung, Umweltmaßnahmen und digitale Innovationen zusammendenken, können wir die Gesundheit der Menschen in Varel und Friesland nachhaltig sichern – für heute und die kommenden Generationen.

Frauengesundheit, Geburtshilfe und barrierefreie Gesundheitsversorgung: Lokale Handlungsfelder in Varel und Friesland

Frauengesundheit, Geburtshilfe und barrierefreie Gesundheitsversorgung zählen zu meinen zentralen gesundheitspolitischen Fokusthemen – sowohl in Varel als auch im Landkreis Friesland. Sie sind eng mit den Zielen von Planetary Health verbunden, weil Gesundheit, Prävention und Umweltfaktoren lokal unmittelbar zusammenwirken. In ländlichen Regionen zeigt sich: Zugang zu gynäkologischer Versorgung, Geburtshilfe und barrierefreien Angeboten ist nicht selbstverständlich, besonders für Frauen mit Mobilitätseinschränkungen oder chronischen Erkrankungen.

Konkrete Handlungsfelder

Sicherung und Ausbau der Geburtshilfe vor Ort
  • Stärkung von Hebammenversorgung und geburtshilflichen Einrichtungen im Landkreis Friesland.

  • Kooperation mit Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Kommunen, um kurzfristige und langfristige Versorgungsangebote für werdende Mütter zu sichern.

  • Anpassung von Praxisräumen, Gesundheitszentren und Präventionsangeboten auf physische, kommunikative und digitale Barrieren.
  • Förderung digitaler Telemedizinlösungen, die Zugang für alle Menschen erleichtern, unabhängig von Mobilität oder Einschränkungen.

Datenbasierte Steuerung und Monitoring

  • Erhebung von Daten zu Zugangsbarrieren, Präventionsnutzung und Versorgungslücken für Frauen und Menschen mit Einschränkungen.
  • Nutzung der Ergebnisse als Grundlage für gezielte politische Maßnahmen und Förderanträge.
  • Regionale Informationskampagnen zu Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, psychischer Gesundheit und gesundheitsfördernden Programmen.

  • Einbindung von Frauenbeirat, Behindertenbeirat, Vereinen und lokalen Netzwerken, um Maßnahmen partizipativ zu gestalten.

"Barrierefreie Gesundheitsversorgung entscheidet darüber, ob Menschen Zugang zu Hilfe haben oder ausgeschlossen werden. In Varel und Friesland heißt Verantwortung zu übernehmen, Versorgung so zu gestalten, dass sie für alle erreichbar ist – unabhängig von Einschränkungen, Alter oder Lebenslage"
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Sigrid Busch
Mensch

Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) & Public Health im Landkreis Friesland

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) im Landkreis Friesland übernimmt zentrale Aufgaben für die Gesundheit der Bevölkerung. Dazu zählen Prävention, Infektionsschutz, Frauengesundheit, Suchtberatung, psychosoziale Versorgung und die Koordination medizinischer Angebote. Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und regionaler Versorgungslücken gewinnt der ÖGD an strategischer Bedeutung.

Digitalisierung im Gesundheitsamt – Effizienz & Innovation

Moderne Prozesse für eine zukunftsfähige Versorgung

Der ÖGD im Landkreis Friesland übernimmt zentrale Aufgaben wie Prävention, Infektionsschutz, Frauengesundheit und Suchtberatung. Mit dem Digitalen Gesundheitsamt werden Verwaltungsprozesse effizienter gestaltet:

  • Robot-Prozess-Automatisierung (RPA): Automatisiertes Auslesen von Online-Anträgen, Vorgangsanlage und Versand von Statusmeldungen reduziert Bearbeitungszeiten und Fehler.

  • Dokumentenmanagement (DMS): Automatisierte Ablage von Bescheiden, Nachweisen und Vorgängen in elektronischen Akten.

  • SharedDesk-Arbeitsplätze & Serverinfrastruktur: Flexible Arbeitsplätze und stabile IT-Basis für ein modernes Gesundheitsamt.

„Digitale Prozesse im Gesundheitsamt entlasten Mitarbeitende und schaffen Raum für Prävention, Beratung und strategische Public-Health-Aufgaben.“
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Sigrid Busch
Mensch

Der Gesundheitsmonitor bündelt Daten aus Fachverfahren wie Lämmkom LISSA, OpenProsoz und dem DMS und ermöglicht:

  • Tagesaktuelle Kennzahlen zu Infektionszahlen, Bearbeitungsständen und Mitarbeitendenauslastung

  • Automatisierte Berichte für Kreistag, Verwaltung und Fachgremien

  • Frühwarnsysteme für kritische Entwicklungen im Gesundheitswesen.

Weitere Dashboards für Sozial- und Arbeitsmonitoring sind in Planung. Das Dashboard liefert transparente und evidenzbasierte Grundlagen für politische Entscheidungen und Public-Health-Maßnahmen.

„Mit dem Gesundheitsmonitor haben wir erstmals eine transparente Datenbasis, die evidenzbasierte Entscheidungen im ÖGD und im Kreistag ermöglicht.“
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Sigrid Busch
Mensch

Polyteia – technische Basis für den Gesundheitsmonitor

Die Plattform Polyteia

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) im Landkreis Friesland nutzt die Plattform Polyteia, um Gesundheitsdaten aus verschiedenen Fachverfahren automatisiert zu bündeln, auszuwerten und übersichtlich darzustellen. Damit wird der Gesundheitsmonitor als zentrales Steuerungsinstrument geschaffen, das datenbasierte Entscheidungen im Bereich Public Health ermöglicht.

  • Effiziente, transparente Steuerung im Gesundheitswesen

  • Entlastung von Mitarbeitenden durch automatisierte Prozesse

  • Grundlage für Public-Health-Maßnahmen wie Frauengesundheit, Prävention und barrierefreie Versorgung

Kommunale Herausforderungen und Handlungsperspektiven

Digitale Chancen für Friesland aktiv nutzen

Trotz Fortschritten bleiben zentrale Herausforderungen:

  • Vollständige Integration von RPA in alle Fachbereiche

  • Verknüpfung von Datenanalyse mit Public-Health-Zielen, z. B. Frauengesundheit oder barrierefreie Versorgung

  • Verstetigung der Digitalisierung über Förderprojekte hinaus

  • Nutzung der digitalen Infrastruktur für effiziente, transparente und gerechte Gesundheitsversorgung.

Als Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau in Varel begleite ich die Umsetzung dieser Maßnahmen aktiv, um die Digitalisierung des ÖGD als Chance für die Bevölkerung nutzbar zu machen.

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