Hassmann Gebaeude in Varel - Obenstrohe

PM Einkaufszentrum in Obenstrohe „gefährlich“ (Haßmann I)

PM Einkaufszentrum in Obenstrohe „gefährlich“

Grüne Ratsfrau Sigrid Busch sieht geplanten Lebensmittelmarkt als Bedrohung der Innenstadt

 

Varel. Als „gefährlichen Präzedenzfall für die gesamte Stadtentwicklung“ kritisiert die Grüne Ratsfrau Sigrid Busch den geplanten Bau eines Einkaufszentrums in Obenstrohe. „Wenn es Schule macht, in jedem Stadtteil einen überdimensionierte Vollsortimenter anzusiedeln, dann Gute Nacht Varel“, so Busch.

Der Hintergrund: Im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung und Umwelt waren am Dienstag Pläne zum Bau eines Einkaufszentrums in Obenstrohe vorgestellt worden. Zwei Investoren wollen auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Haßmann einen Lebensmittelsupermarkt mit mindestens 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen lassen. Busch: „Das entspricht in etwa der Größe des Lebensmittelmarktes im Famila-Einkaufszentrum in Varel.“ Dort dürften auf 200 Quadratmetern auch innenstadtrelevante Produkte verkauft werden. „Das entspricht der Größe von zwei normalen Innenstadtgeschäften“, so die Ratsfrau.

Möglicherweise bleibe es aber nicht bei einem solchen Projekt in Obenstrohe, so Busch. In der Ausschuss-Sitzung sei bekannt geworden, dass die Verwaltung beim Planungsbüro Stadt+Handel eine Voranfrage zur Realisierung eines ähnlichen Projektes im Stadtteil Büppel gestellt habe, die positiv beschieden worden sei. Busch sieht darin den Beginn eines Trends, die Stadtteile auf Kosten des Stadtkerns in ihrer infrastrukturellen Bedeutung überdimensional zu stärken.

So verständlich der Wunsch nach kurzen Wegen zum Shoppen sei, sieht Busch darin eine gefährliche Entwicklung für die gesamte Stadt. „Wer um die Ecke alles einkaufen kann, braucht nicht mehr in die Innenstadt zu gehen“, so Busch. „Mit dieser Politik lässt man den Stadtkern systematisch ausbluten, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächsten Geschäfte schließen, weil die Kunden wegbleiben.“ Dies sei im Hinblick auf die Bedeutung der Innenstadt als Mittelpunkt der gesamten Stadt für Bürger, Touristen und Unternehmer auf Personalsuche eine „Katastrophe“. „Keiner geht in eine Innenstadt, in der nichts mehr los ist, und keiner eröffnet ein Geschäft in einer Stadt, die keine Perspektive hat“, so Busch.

Die Grüne Ratsfrau fordert ein Gesamtkonzept für die Stadtentwicklung, das „nicht die einzelnen Teile für sich betrachtet, sondern die Wirkungen vieler einzelner Investitionsprojekte in ihrer Summe beschreibt.“

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