Endlagersuche

in unserer Region

Leise und von vielen Menschen völlig unbemerkt, erfolgt in unserer Küstenregion die Endlagersuche für Atommüll. Der Zwischenbericht gibt eine Übersicht und enthält alle Teilgebiete, in denen man eine günstige geologische Gesamtsituation erwartet. 

Für ein Endlager von hochradioaktivem Abfall kommen drei sogenannte Wirtsgesteine infrage: Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein.

Von den insgesamt 74 Teilgebieten im Wirtsgestein Steinsalz liegen acht Gebiete in unserer Region. 

In unserer Region haben wir das Wirtsgestein 

Steinsalz
in steiler Lagerung

Steinsalz in steiler Lagerung ist als Wirtsgestein geeignet, wenn der bestimmende Anteil des Gesteins aus Kochsalz (fachsprachlich Halit oder Steinsalz) oder chemisch ausgedrückt Natriumchlorid (NaCl) besteht.

Warum ist Steinsalz geeignet?

Steinsalz kann Wärme besonders gut ableiten. Heiße radioaktive Abfälle können das Gestein also nicht schädigen.

 

Steinsalz reagiert unter Druckbelastung plastisch, das heißt, dass es nicht spröde reagiert und zerbricht, sondern „fließt“. Dieses Gestein hat daher die Fähigkeit Risse „zu heilen“.

 

Steinsalz besitzt eine hohe Eigenstabilität.

 

Nicht so gut ist

Steinsalz kann sich in Wasser lösen, 
wenn es sich nicht um salzgesättigte
Lösungen handelt.

Steinsalz besitzt eine niedrige Sorptionsfähigkeit.
Es hat ein geringes Rückhaltevermögen gegenüber den langzeitrelevanten Radionukliden.

Dieses ist aber kein grundsätzliches Ausschlusskriterien im Rahmen der Endlagersuche!

Fachkonferenz Teilgebiete

In der Fachkonferenz Teilgebiete (Endlagersuche) wird der Zwischenbericht Teilgebiete diskutiert. Die Konferenzteilnehmer organisieren sich im Grunde selbst. Es handelt sich um ein gesetzlich vorgeschriebenes Beteiligungsformat im Standortauswahlverfahren.

Der erste Beratungstermin beginnt am Freitag,
den 5. Februar um 14:00 Uhr und endet am Sonntag,
den 7. Februar um 16:00 Uhr.

Bewertung und Größe der Teilgebiete

Jedes der 11 bewerteten Kriterien ist durch ein Fass dargestellt. Grün bedeutet günstig, gelb bedingt günstig und rot nicht günstig.

Es ist eindeutig: die günstige Bewertung überwiegt in allen unseren Teilgebieten.

Größe der Gebiete

023:     7 km²
031:   26 km²
042:   16 km²
044:   13 km²
046:   66 km²
065:   38 km²
066:   25 km²
074: 115 km²

Bewertung der Teilgebiete

Gebiete mit erheblichen Raumwidersprüchen

023:
noch nicht betrachtet.

031:
Siedlung und –entwicklung | Standort für die Sicherung und Entwicklung von Wohnstätten, Gewerbe | Deponie Wiefels | Vorranggebiete Natur und Landschaft | div. Infrastrukturleistungen, Landesstraßen und Bahnstrecke Sande-Esens

042:
Schifffahrt (touristisch und Küstenfischerei)| Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorranggebiet Biotopverbund: Weltnaturerbe Wattenmeer |
Tourismus (insbesondere Dangast und Gemeinden Zetel und Sande)

044:
noch nicht betrachtet

046:
noch nicht betrachtet

065:
Tourismus (Wangerooge) |
Schifffahrt (international, Inselversorgung, Küstenfischerei) | Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorranggebiet Biotopverbund: Weltnaturerbe Wattenmeer | Mögliche Trassenanbindung Offshore-Onshore

066: 
Siedlungsentwicklung Insel
Vorranggebiet zentrales Siedlungsgebiet | Tourismus (Wangerooge) | Vorranggebiet landschaftsbezogene Erholung Vorranggebiet infrastrukturbezogene Erholung | Vorranggebiet Verkehrslandeplatz | Schifffahrt (international, Inselversorgung, Küstenfischerei) | Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorranggebiet Biotopverbund: Weltnaturerbe Wattenmeer

070: 
Tourismus (Wangerooge) | Schifffahrt (international, Inselversorgung, Küstenfischerei)| Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorranggebiet Biotopverbund: Weltnaturerbe Wattenmeer| Mögliche Trassenanbindung Offshore-Onshore

075:
Tourismus (Wangerooge) | Schifffahrt (international, Inselversorgung, Küstenfischerei)| Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorranggebiet Biotopverbund: Weltnaturerbe Wattenmeer| Mögliche Trassenanbindung Offshore-Onshore

Ein Gebiet ist als Endlagerstandort
geeignet, wenn 5 Mindestanforderungen
erfüllt sind (§ 23 StandAG)

Gebirgsdurchlässigkeit

Mächtigkeit
des Endlagerbereichs

Minimale Teufe
des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs.

Endlagerfläche

Erhalt der Barrierewirkung

Diese Mindestanforderungen sind in unserer Region erfüllt!

Jedes Teilgebiet wurde von der BGE untersucht und anhand von11 Kriterien bewertet. Für die einzelnen Kriterien gab es zusätzliche Indikatoren. Auch wenn einige Kriterien oder Indikatoren bedingt günstig, weniger günstig oder nicht günstig sind, ist dieses kein Ausschlussgrund. In der nachfolgenden Auflistung, steht jede farbige Tonne für einen Indikator. Farbenerklärung siehe unten.

 

Somit sind alle Gebiete zurzeit potenzielle Endlagerstandorte.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) hat in unserer Region folgende Teilgebiete als günstig bewertet:

023 Westdorf (LK Aurich)/ 031 Berdum Jever (LK Friesland)/ 042 Arngast (LK Friesland)/ 044 Seefeld (LK Wesermarsch)/ 046 Lisa (LK Leer)/ 065 Harle Riff (LK Wittmund)/ 066 Wangerooge  (LK Friesland)/ 074 Roter Sand/Feuerschiff Elbe

nicht zutreffend

nicht günstig

weniger günstig

bedingt günstig

günstig

Jede Tonne steht für einen Indikator. Die Farbe zeigt an, wie dieser bewertet wurde. Unter den Tonnen ist ein Feld mit der Angabe des Kriterium. Die Feldfarbe zeigt an, wie das Kriterium im ganzen bewertet wird. Auch an dieser Übersicht kann man erkennen, das die Bewertung überwiegend günstig ist.

Hinweis:
Die Anordnung der Indikatoren/farblichen Markierungen der Tonnen wurde entsprechend der Reihenfolge der Teilgebietsberichte (Langversion) durchgeführt. In den Dokumenten der BGE Steckbrief und Langversion ist die Anordnung unterschiedlich! 

Kriterium 1
Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich

  • I1 – Absolute Porosität
  • I2 – Verfestigungsgrad
  • I3 – Abstandsgeschwindigkeit des Grundwassers
  • I4 – Charakteristischer effektiver Diffusionskoeffizient des Gesteinstyps für tritiiertes Wasser (HTO) bei 25 °C
  • I5 – Charakteristische Gebirgsdurchlässigkeit des Gesteinstyps

Kriterium 2

Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper

  • I1 – Barrierenmächtigkeit
  • I2 – Grad der Umschließung des Einlagerungsbereichs durch einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich
  • I3 – Teufe der oberen Begrenzung des erforderlichen einschlusswirksamen Gebirgsbereichs
  • I4 – Flächenhafte Ausdehnung bei gegebener Mächtigkeit (Vielfaches des Mindestflächenbedarfs)

Kriterium 3

Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit

  • I1 – Gesteinsausbildung (Gesteinsfazies)
  • I2 – Ausmaß der tektonischen Überprägung der geologischen Einheit
  • I3 – Variationsbreite der Eigenschaften der Gesteinstypen im Endlagerbereich
  • I4 – Räumliche Verteilung der Gesteinstypen im Endlagerbereich und ihrer Eigenschaften

Kriterium 4

Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse

  • I1 – Langfristige Stabilität der “Mächtigkeit” des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs
  • I2 – Langfristige Stabilität der flächenhaften beziehungsweise räumlichen „Ausdehnung“ des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs
  • I3 – Langfristige Stabilität der „Gebirgsdurchlässigkeit“ des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs

Kriterium 5

Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften

  • I1 – Das Gebirge kann als geomechanisches Haupttragelement die Beanspruchung aus Auffahrung und Betrieb ohne planmäßigen tragenden Ausbau, abgesehen von einer Kontursicherung, bei verträglichen Deformationen aufnehmen
  • I2 – Um Endlagerhohlräume sind keine mechanisch bedingten Sekundärpermeabilitäten außerhalb einer unvermeidbaren konturnah entfestigten Auflockerungszone zu erwarten.

Kriterium 6

Bewertung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten

  • I1 – Erfahrungen über die Barrierewirksamkeit der Gebirgsformationen in folgenden Erfahrungsbereichen
  • I2 – Duktilität des Gesteins (Dieser Indikator wird nach StandAG erst bei einem Vergleich von Standorten zur Anwendung kommen)
  • I3 – Rückbildung der Sekundärpermeabilität durch Rissschließung
  • I4 – Rückbildung der mechanischen Eigenschaften durch Rissverheilung
  • I5 – Zusammenfassende Beurteilung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten aufgrund der Bewertung der einzelnen Indikatoren
  • I6 – Verhältnis repräsentative Gebirgsdurchlässigkeit/repräsentative Gesteinsdurchlässigkeit

Kriterium 7

Bewertung der Gasbildung

  • I1 – Wasserangebot im Einlagerungsbereich

Kriterium 8

Bewertung der Temperaturverträglichkeit

  • I1 – Neigung zur Bildung wärmeinduzierter Sekundärpermeabilitäten und ihre Ausdehnung
  • I2 – Temperaturstabilität des Wirtsgesteins hinsichtlich Mineralumwandlungen

Kriterium 9

Bewertung des Rückhaltevermögens im einschlusswirksamen Gebirgsbereich (ewG)

  • I1 – Gehalt der Gesteine des ewG an Mineralphasen mit großer reaktiver Oberfläche wie Tonminerale sowie Eisen- und Mangan-Hydroxide und –Oxide Hydrate
  • I2 – Ionenstärke des Grundwassers im ewG
  • I3 – Kd-Wert für folgende langzeitrelevante Radionuklide, deren Gleichgewichts-Sorptionskoeffizient nach der Henry-Isotherme einen Schwellenwert von 10^- 3 m³/kg überschreitet
  • I4 – Öffnungsweiten der Gesteinsporen

Kriterium 10

Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse

  • I1 – Chemisches Gleichgewicht zwischen dem Wirtsgestein im Bereich des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs und dem darin enthaltenen tiefen Grundwasser
  • I2 – Neutrale bis leicht alkalische Bedingungen (pH-Wert 7 bis 8) im Bereich des Tiefenwassers
  • I3 – Anoxisch-reduzierendes Milieu im Bereich des Tiefenwassers
  • I4 – Ein möglichst geringer Gehalt an Kolloiden und Komplexbildnern im Tiefenwasser
  • I5 – Geringe Karbonatkonzentration im Tiefenwasser

Kriterium 11

Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge

  • I1 – Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den ewG ergeben könnten
  • I2 – Überdeckung des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs mit grundwasserhemmenden Gesteinen, Verbreitung und Mächtigkeit grundwasserhemmender Gesteine im Deckgebirge
  • I3 – Verbreitung und Mächtigkeit erosionshemmender Gesteine im Deckgebirge des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs

Graphiken/Bilder (C) denkbühne – S. Busch